
Liebe Freunde!
Es hat zwar etwas gedauert, aber der dritte Teil des vierten Kapitels ist nun online. Ich hoffe, Ihr verzeiht mir, aber ich habe mich für die lange Variante der Geschichte entschieden, es wird also noch mindestens 12 Teile geben. Aber, wie ich mich kenne, können es auch noch ein paar mehr werden.
In diesem Sinne - viel Spaß beim Lesen!
Euer
Darius von Benin

Für DanielH
Ich habe mir zwei Charaktere von ihm geliehen 
Der Bau war ein Relikt späten 70er Jahre des letzten Jahrhunderts, die Sitzgelegenheiten wirkten fast schon wieder modern, waren aber unbequem bis zum geht nicht mehr. Aber was erwartet man auch von einem Gericht? Es soll Recht gesprochen und kein Schönheitspreis verliehen werden, aber etwas freundlicher hätte man das Ganze dann doch gestalten können; das Farbkonzept an den Wänden war einfach zum Weglaufen!
Ich starrte auf die Wand, massierte mir die Schläfen, ein leichter Kopfschmerz war im Anzug. Was machte ich hier eigentlich? Ich wartete! Wartete darauf, dass ich endlich aufgerufen würde, um eine Zeugenaussage zu machen. Eine Zeugenaussage in einer Sache, die ich längst erfolgreich verdrängt hatte. Vier lange Jahre hatte ich nicht mehr an Enrico gedacht, der plötzlich jeglichen Kontakt zu mir eingestellt hatte. Was hatte ich damals getrauert! Aber aus Trauer wurde Wut und schließlich Vergessen; das Leben musste ja irgendwie weitergehen.
Aber seit genau vier Tagen, seit ich die Ladung aus Briefkasten gefischt hatte, hatte das Vergessen ein jähes Ende gefunden: Enrico spuckte mir wieder im Kopf herum! Ich hatte Albträume, wachte schweißgebadet auf, meine innere Ruhe war dahin. Aber was sollte ich aussagen? Zuletzt hatte ich ihn Ostern 2007 gesehen, dann folgten ein paar Briefe; in seinem letzten Schreiben deutete er einen arabischen Gönner an. Während ich dachte, er wäre der Lustknabe eines orientalischen Scheichs, hatte ein gewisser Benedikt Hartenberg ihn umgebracht, der Tatvorwurf lautete auf Totschlag.
Die Tür zum Saal wurde geöffnet, ein etwas schmächtiger Justizwachtmeister lugte in den Flur. „Herr Kleeve?“ Ich nickte. „Kommen sie bitte, sie sind jetzt dran.“

Tja, lieber Leser, wo endete ich? Ach ja, die Rosenmontagsfete im Abbruchhaus. Ich hoffe, ihr habt mir das Ende mittlerweile verziehen. Zugegeben, es war nicht die feine englische Art, mit wie wenig Worten ich die drei Stunden voller Action, voller Spaß, voller leidenschaftlicher Ekstase abgehandelt habe; ich bitte diesbezüglich noch einmal um euer Nachsehen. Aber stand ich vor dem Problem, welche der vielen Stellungen in den verschiedenen Konstellationen ich schlussendlich beschreiben sollte: Ich kann mich ja schlecht in Robert hineinversetzen und beschreiben, welche Gefühle ihm durch den Kopf – ich meine jetzt den auf den Schultern – gingen, als er zum ersten Mal aufgebockt wurde. Oder nehmen wir Tim: Was fühlte er, als er nach Jahren zum ersten Mal in seinem Geliebten war? Gut, ich kann es mir zwar ungefähr denken, aber genau? Genau weiß ich es auch nicht!
Wie dem auch sei, Karneval vorüber, das normale Leben hatte uns wieder. Aber so „normal“ war das Leben auch wieder nicht! Wir mussten aufräumen, die Firmengründung stand an und zuletzt musste das Shooting auf der Mittelmeerinsel vorbereitet werden. Aber, ehe ich mich hier mit unnötigen Allgemeinplätzen aufhalte, gehen wir doch in medias res!

Tja, lieber Leser, ich muss gestehen, ich hätte mir ein paar mehr Reaktionen auf den letzten Teil gewünscht. Aber wahrscheinlich habe ich mir das selber zuzuschreiben, denn die Pause zwischen Teil 27 und 28 war wirklich etwas lang; Asche über mein Haupt. Wie ich aus einigen Mails erfahren habe, sind ja einige von euch dabei, die alten Geschichten noch einmal zu lesen, um wieder auf den aktuellen Stand der Dinge zukommen. Vielleicht werden es dann ja noch ein paar Antworten mehr, ich lasse mich überraschen; es kommt ja auf Euch an, ob wir weitere Geschichten aus der Ludwigstraße lesen wollt.
Wo endete ich? Ach ja, mit dem vorkarnevalistischen Treiben im Abbruchhaus. Viel gibt es über den Abend nicht mehr zu berichten, ich habe Servet schließlich hoch und heilig versprochen, den Mantel des Schweigens um die restlichen Geschehnisse zu hüllen. Es muss ja nicht jeder gleich erfahren, dass er … NEIN! Ich schweige!

Mal wieder eine kleine Neuerung
Seit gestern ist der Autor auch bei Facebook vertreten. Verlinkungen werden gerne angenommen 


Mein lieber Autorenkollege DanielH schickte mir diese Geschichte, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:
„Haben Sie vor, in den USA Terroranschläge oder Gewalttaten zu verüben?“, fragt mich das Department of Homeland Security in seinem Fragebogen zur Einreise. Und noch mehr Dinge wollen die wissen: Zum Beispiel ob ich am Völkermord der Nazis beteiligt war. Sollte ich eine der Fragen mit „Ja“ beantworten, so sollte ich mich vor der Einreise an die US-Botschaft wenden. Nicht, dass ich solcherlei vorhätte, aber ich male mir gerade mal aus, was dann passiert. Man geht zur US-Botschaft. „Guten Tag, ich würde gern in den USA einen Terroranschlag verüben.“

Mit Hilfe eines Headsets habe ich mal "An&An" angelesen, dass Ergebnis gibt es hier als Hörprobe im Anhang. Zwar ist das Mikro nicht ganz so gut und ich muss noch etwas an den Aufnahmeeinstellungen tüffteln, aber, falls Interesse besteht, kann ich ja etwas mehr Zeit darin investieren. Den Hörgenuss gibt es dann allerdings nur gegen Spende, da das Einlesen länger dauert als das Schreiben.

Für Angelo!
Die Tagesschau hatte gerade begonnen, als das Telefon klingelte. Wo – verdammt noch mal – lag das schnurlose Teil schon wieder? Mein Gehörsinn funktionierte und ich orientierte mich bei der Suche an der Lautstärke der Melodie, dem Bolero von Ravel. Die Lärmquelle fand ich schlussendlich unter der Tageszeitung auf dem Wohnzimmertisch. Ich drückte die grüne Taste. „Van Drees.“
„Hier auch!“ Meine Mutter war am Apparat. „Das hat aber lange gedauert!“
Ich verdrehte die Augen. „Mutterherz? Ich musste das Telefon erst suchen. Was gibt es denn?“
„Ich wollte nur hören, wie es meinem kleinen Jungen geht!“ Sie giggelte in den Hörer.
Mit 39 bin ich immer noch ihr kleiner Junge, ich konnte nur stöhnen. „Deinem Jüngsten geht es gut, danke der Nachfrage. Was gibt es bei euch Neues?“
„Wir waren heute in Passau, dein Vater ist sogar mit in ein Orgelkonzert gekommen.“
Mein Alter Herr in einem Konzert? Sollte ein Wunder geschehen sein? „Du nimmst mich doch jetzt auf den Arm, oder? Lass mich raten: Es hat geregnet und ihr hattet keinen Schirm dabei?“
Man konnte ihr Grummeln richtig hören. „Andreas! Man könnte meinen, du wärst dabei gewesen!“
„Ich kenne noch meinen Vater.“ Diesmal lachte ich.
„Morgen fahren wir noch einmal in die Tschechei, wir bringen dir auch Zigaretten mit.“ Sie lachte. „Ich wollte eigentlich nur wissen, ob Post angekommen ist?“

Verehrte Leserschaft,
es hat sich einiges getan in der letzten Zeit, allesdings nur hinter den Kulissen:
- Die Seite läuft ja auf Drupal 6. Ich wollte auf die Version 7 updaten, aber leider war das Experiment nicht von Erfolg gekrönt. Eine Woche voller Arbeitseinsatz für die Katz

- Ein neues EPUB ist erschienen. Ab sofort können sämtliche Kurzgeschichten - gegen eine kleine Spende - als File erworben werden. Bald müssen ja auch wieder die Gebühren für Page bezahlt werden.
- Die Geschichte Meeresrauschen ist verschwunden. Keine Angst, sie wird, nach einer Überarbeitung mit anschließender Vollendung, wieder veröffetnlicht werden.
In diesem Sinne wünsche ich Euch viel Spaß und mir viel Bestellungen für die EPUBs.
Man liest sich!

Ich griff nach meinem Duschgel, öffnete die blaue Tube und verteilte das fast durchsichtige Zeug auf meinem Körper. Alles wurde eingeseift: Achseln, Brust, Bauch, Scham und besonders die Haut zwischen meinen beiden Apfelhälften. Eine Stelle in dem Tal würde gleich besonders beansprucht werden, da war ich mir sicher, denn Nikolaj hatte sein Kommen avisiert, zum ersten Mal nach seinem Sommerurlaub. Nikolaj ist zwar verheiratet, hat Frau und drei Kinder, wovon allerdings nur die beiden Jüngeren von ihm sind, aber trotzdem haben wir Spaß miteinander. Ok, ich gebe es zu, ich mache für ihn die Beine breit und diene ihm als Notnagel, wenn seine Frau ihn mal wieder nicht ranlässt oder ihre Tage hat, aber sein Notnagel ist immerhin 22 Zenitmetern lang und hat einen Durchmesser von mehr als zwei Zoll. Also: Wer ohne Sünde ist, der werfe bitte den ersten Stein.

