Ich war froh, dass die Maschine, eine Embraer 190, nur zu etwas mehr als der Hälfte belegt war. So konnte ich mich auf Kosten von US Airways breitmachen. Die Stunde in der Luft nutzte ich, um mich mit der Sondertour, die ich zu leiten hatte, Vertrauter zu machen. Das Angebot, das Greg den Zeitungsleuten offeriert hatte, gab es so in unserem Prospekt nicht. Die normale Rundreise durch den Indian Summer dauert acht bzw. neun Tage und beginnt und endet in Boston, der Aufenthalt der Redakteure dauerte aber drei Tage länger und endete in New York.
Der Blick auf die Teilnehmerliste brachte nicht viel, denn bis auf das Ehepaar Laufenberg kannte ich niemanden persönlich; Rundreisende sind in der Regel Wiederholungstäter. Aber das Bevorstehende war ja eine Schnuppertour, die 42 Teilnehmer kamen aus ganz Deutschland. Auch altersmäßig bildete das Jubelpaar den Ausreißer nach oben, ansonsten war der Rest von Anfang 40 bis Mitte 60, somit im normalen Spektrum. Aber Halt! Ein Teilnehmer war 14 und ein anderer 20. Den Nachnamen nach zu urteilen waren Jost, der Ältere, und Sven, der Jüngere, Kinder eines Paares aus Norderstedt. Familie Jacobsen machte also Familienurlaub. Dass die Buchung so angenommen worden war, wunderte mich etwas, die Rundreise sollte ja eine Werbeveranstaltung sein und deren Erfolg hängt ja von der Anzahl der Multiplikatoren ab, die an ihr teilnehmen. Aber mir sollte es egal sein, ich war ja nicht für die Planung zuständig.
Ich blickte aus dem Fenster. Wir waren zwar immer noch über den Wolken aber, wie mein Magen mir sagte, schon wieder auf dem Sinkflug. Flugtechnisch gesehen waren die knapp 300 Kilometer Luftlinie eher ein Hüpfer als ein Flug, aber gegenüber einer Zugfahrt sparte man sich mindestens drei Stunden und 20 US Dollar. Eine Autofahrt wäre zwar billiger, aber aufgrund des Tempolimits genauso zeitintensiv wie die Eisenbahn.
Boston

(18 Stimmen)
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Kommentare
.... es kommt zusammen was
.... es kommt zusammen was zusammen kommen muss!!!!!
klar kommt zusammen, was
klar kommt zusammen,
was zusammen kommen muss,
doch erst am Schluß
Juhu, endlich die
Juhu, endlich die langersehnte Fortsetzung!
Das "...here I come!" kann man ja auch anders übersetzen, gell?


AEQUAM MEMENTO REBUS IN ARDUIS SERVARE MENTEM!
Lieber Darius, wie immer toll
Lieber Darius, wie immer toll geschrieben, dass dein Protagonist 22 ist, scheint mir sehr jung für seine Erfahrungen, ich sehe in ihmden jungen Stefan Plange und damit vielleicht ein bisschen dich. Jedenfalls mag ichdeine Art zu schreiben, immer wieder, egal in welchen Protagonisten - sie wirken jedenfalls lebensnah und mit gutem Sex bedacht. Den wünsch ich dir, mir und allen Lesern.
Alles liebe
Maikel